Auf Moria folgt Lipa

Gerade haben wir Weihnachten gefeiert – ein christliches Fest. Jesus, der Religionsgründer, sagte: Lasset die Geringsten und mit Mühsal Beladenen zu mir kommen. Er wusste wovon er redet. Seine Eltern wurden kurz vor seiner Geburt nirgends eingelassen und seine Mutter musste ohne Hilfe in einem Stall entbinden.

In Lipa/Bosnien wurde am Heiligabend das dortige Flüchtlings-Camp der IOM (Internationale Organisation für Migration) geschlossen, ohne den ca. 1400 Menschen dort eine Alternative zu bieten. Es geschah das Gleiche wie in Moria: das Lager brannte ab, viele der ehemaligen Bewohner flüchteten in die umliegenden Wälder oder versuchten, in die Stadt Bihacs zu gelangen. Dort waren sie nicht willkommen. Die etwa 700 – 1000 von der Polizei in das Lager zurückgebrachten Flüchtlinge, meist junge Afghanen und Pakistani, sind ohne Strom, Wasser und Medizin, der eisigen Kälte und dem Schnee ausgesetzt. Einmal am Tag verteilt das Bosnisch Rote Kreuz eine Mahlzeit. Sie versuchen sich an offenen Feuern zu wärmen und schlafen in den wenigen stehengebliebenen Zelten oder auf dem Boden. Viele von ihnen sind aufgrund der teils jahrelangen Flucht und den Zuständen in dem Lager schwach oder krank. Die geplante Evakuierung nach Sarajevo scheiterte an Lokalpolitikern und Fremdenfeindlichkeit. Viele bosnische Menschen sehen Lipa als bosnische Schande ….

Die Grenze zu Kroatien ist nicht weit entfernt und die Geflüchteten versuchen von dort immer wieder, in die EU einzuwandern. Dafür nehmen sie allerhand in Kauf: Bosniens IOM -Vertreter Auweraert berichtet, dass viele zurück nach Lipa ins Lager kamen, teilweise nackt oder geschlagen. Die kroatischen Grenzer sollen das getan haben, berichteten die Flüchtlinge. Die IOM bestätigt das nicht, fordert aber eine genaue Untersuchung.

Kroatien ist ein EU Land. Genau wie Italien, Malta und Griechenland, welche die Flüchtlingsboote sehen und den Menschen darauf die Hilfe verweigern. Noch nicht einmal Leichen werden eingesammelt sondern auf dem Meer treiben gelassen, berichtete Seawatch. Die Schiffe und Flugzeuge der NGOs werden immer wieder behindert, Schiffe mit geretteten Flüchtlingen dürfen nicht an Land.

Es kommt den Regierenden in der EU – ebenso wie vielen Menschen – nur darauf an, sich abzuschotten und die Grenzen dichtzuhalten, den Wohlstand zu bewahren und nicht zu teilen. Die Not vieler Menschen ist dann egal. Es scheint mir eine Strategie der EU zu sein, die Flüchtlinge einzuschüchtern und zu drangsalieren, um sie von der Einwanderung abzuhalten.

Ich fordere nach wie vor: Räumt die Lager, evakuiert jetzt und bringt die Menschen würdig unter. Im Sinne des Artikel 1 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und des Artikel 1 des deutschen Grundgesetzes: Die Würde des Menschen ist unantastber. Das gilt immer und überall.

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